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Mittwoch, 18. April 2012

Die Euro(pa)Krise - 2. Ursachen (Spekulative Attacken)

3. Spekulative Attacken

Diese wurden durch die zunehmende Deregulierung des Finanzsektors möglich und verschärfen die Probleme der Krisenländer


Credit Default Swap (CDS): Unter CDS versteht man eine Art Versicherung. Wenn ein Institut Griechenland Geld leiht, kann es sich gegen das Risiko eines Zahlungsausfalls absichern. Durch die Finanznöte der griechischen Regierung sind die Preise für diese Ausfallversicherungen zeitweise in die Höhe geschossen. "Theoretisch tragen die CDS zu einer effizienten Risikoallokation bei", schreibt die Deutsche Bank. Theoretisch stabilisieren sie das Finanzsystem, indem sie die Risiken verteilen. Theoretisch kommt so Griechenland leichter an Geld. Doch in der Praxis kaufen Zocker diese Versicherungspapiere, um die Preise in die Höhe zu treiben. Sie wetten auf den Staatsbankrott und profitieren beim Verkauf zu hohen Kursen. Die wirkliche Gefahr der CDS ist, dass diese getrennt von Anleihen gehandelt werden können. Ein Hedgefonds oder eine Investmentbank kann also damit zocken, auch wenn sie Griechenland gar keinen Kredit geben wollen. Das Geschäft mit CDS dient damit nicht mehr der sinnvollen Absicherung von Kreditrisiken, sondern verselbstständigt sich zu einer reinen Zockerei. Die Folgen solcher Leerverkäufe sind verheerend. Mit steigenden Preisen für die Kreditversicherungen wird es für ein Land immer teurer, sich Geld zu besorgen. Spekulanten wetten also auf die Pleite eines Staates und führen diese selbst herbei.


Die Rolle der Ratingagenturen: In den Basel Abkommen wurde beschlossen, dass sämtliche Wertpapiere eines Landes durch Ratingagenturen bewertet werden müssen. Das Problem hierbei ist, dass die Agenturen privatwirtschaftliche Akteure sind, die eigene Interessen verfolgen. So erhielt z.B. die Bank Lehman-Brothers am Tag vor der Pleite noch Bestnoten (AAA).


Die Abwärtsspirale aus Spekulation, Ratings und steigenden Zinssätzen: Wird gegen ein Land spekuliert, steigen die Zinssätze. Steigen die Zinssätze, wird eine Pleite wahrscheinlicher. Wenn das geschieht, bekommt das Land schlechte Ratings, was wiederum dazu führt, dass weiter auf die Pleite spekuliert wird, die Zinssätze weiter steigen usw. Der CDS Markt ist außerdem völlig intransparent (außerbörslicher Handel ohne Meldepflicht). Hier sind vor allem Hedgefonds und Investmentbanken (u.a. die Deutsche Bank) aktiv. Diese Akteure sichern sich wieder bei Dritten ab, wodurch immer größere CDS Ketten entstehen, bei denen am Ende keiner mehr weiß, wer eigentlich die Risiken trägt



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