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Freitag, 9. März 2012

Es ist genug!

Gestern wurde Christian Wulff nicht nur durch den großen Zapfenstreich, sondern auch durch Vuvuzelas und zahlreiche Wutbürger verabschiedet. Wulff mag in der Bundesrepublik mittlerweile gar keiner mehr. Verschiedenste Umfragen scheinen das zu bestätigen, so meinen nahezu 90 % der Deutschen, dass der Ehrensold ungerechtfertigt ist (ZDF Politbarometer). "Keine Ehre - Kein Sold" liest man auf Plakaten der Demonstranten.
Doch ist es nicht langsam genug? Haben wir nicht genug auf Christian Wulff eingedroschen? Was wollen wir denn noch? "Ein Mann in diesem Amt muss ohne Fehl und Tadel sein!" posaunt da ein Mann von der Straße heraus (was wohl in der Konsequenz zur Abschaffung des Amtes führen würde). Ich will Wulffs Verhalten in der Vergangenheit in keinster Weise rechtfertigen, das möchte ich in aller Deutlichkeit sagen. Allerdings wurde ihm seine Ehre doch bereits entzogen. Und was mag bitte noch härter für einen Menschen sein, als wenn man ihm jegliche Achtungswürdigkeit nimmt, wenn er sein Gesicht verliert? Auch der Zapfenstreich bringt ihm diese nicht mehr so schnell zurück. Somit  hat Wulff  die Höchststrafe doch bereits erhalten, aber der Zorn und der Hass reisen nicht ab. Dies liegt zum einen am fehlenden Begriffsverständnis, was Ehre eigentlich bedeutet und zum anderen an der Tatsache, dass deutsche Politiker in großen Teilen der Bevölkerung ein schlechtes Ansehen haben. Auch die Berichterstattung der Medien darf dabei nicht vernachlässigt werden. Positive Handlungen in Wullfs Amtszeit zählen plötzlich nichts mehr.
Der richtige Umgang mit der Situation wäre, Christian Wullf mit Würde zu behandeln, so wie jeden anderen Menschen auch. Denn wer von uns würde schon auf jemanden eintreten, der bereits geschlagen am Boden liegt?