Ich werde in den folgenden Tagen/Wochen immer weitere Posts veröffentlichen, in denen ich die aktuelle Euro(pa)krise erläutere, erkläre, etc. Alle meine Informationen habe ich aus folgender Quelle:
Anne Karass, Steffen Stierle: EuropaKrise. Wege hinein und mögliche Wege hinaus (Attac Basistext 39, 31.10.2011)
Die in Kursiv geschriebenen Bemerkungen stammen von mir.
1. Chronik der Krise
(Die Chronik beginnt 2009, schließt also die vorausgehende Immobilienkrise von 2007 ff. und die nationalen Gegenmaßnahmen aus. Ich erkläre hierbei nur oberflächlich, was bisher geschah, bei Fragen, bitte Kommentar verfassen)
Griechenland: 2009 erklärt die Regierung Papandreou, dass das Haushaltsdefizit12,7% statt 3,7 % des BIP (Bruttoinlandsprodukt) beträgt. Daraufhin wird das Land durch die drei großen Ratingagenturen herabgestuft. 2010 wird Griechenland unter Haushaltskontrolle durch die EU gestellt. IWF (Internationaler Währungsfond) und EU erzwingen ein radikales Kürzungsprogramm (3 Jahre) für Griechenland. Im Mai 2010 erhält Griechenland ein erstes Rettungspaket in Höhe von 110 Mrd. Euro (Deutschland bürgt für 22,4 Mrd.). Weitere Rezession seit 2010, Rettungspaket führt zu Schuldenanstieg (2012 ca 160% des BIP). Erste Diskussionen um Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Regierungssturz, neuer Premierminister Papadimos. Im Juni 2011 folgt zweites Rettungspaket in Höhe von 109 Mrd. Euro. Gläubiger sollen beteiligt werden.
Euro-Rettungsschirm: beschlossen am 10.5.2010 durch EU mit einem Volumen von 750 Mrd (500 Mrd.von EU und 250 Mrd. von IWF). Euro. Im Dezember 2010 einigt man sich auf einen permanenten Rettungsschirm, den Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM). Hieraus werden Kredite an Länder bereitgestellt, die sich kein Geld mehr an den Finanzmärkten leihen können. (mehr dazu später)
Irland: 2010 ein Staatsdefizit von 32,4% des BIP aufgrund des Bankensektors, der nach dem Platzen der Immobilienblase, am Boden lag. Im November 2010 erhält Irland 85 Mrd. aus dem Rettungsschirm und muss Sparanstrengungen noch verschärfen (Staatsverschuldung jetzt bei ca. 125 % des BIP)
Portugal: erhielt im Mai 2011 78 Mrd. Euro.
Italien und Spanien: Rettungschirm für diese Länder zu klein. EZB (Europäische Zentralbank) kauft in großem Umfang Staatsanleihen der beiden Länder (dies wird von der Deutschen Regierung kritisiert).
Die Banken: geraten zunehmend in Gefahr, aufgrund der Staatsanleihen der Krisenländer und Einbrüchen bei Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkten. Banken parken ihr Geld immer öfter bei der EZB.