Die Ursachen werde ich insgesamt in vier Posts bringen, um die Übersichtlichkeit zu wahren.
1. Strukturelle Ursachen
Ungleichgewicht in der Währungsunion: Die weit entwickelten Länder (z.B. Deutschland) sind produktiver und wettbewerbsfähiger als die weniger weit entwickelten Länder und erzielen Exportüberschüsse. Somit steigt die Verschuldung in Südeuropa zunehmend an.
Rolle der Geldpolitik: Besitzt ein Land eine eigene Währung, so hat es gleichzeitig das geldpolitische Mittel der Abwertung zur Verfügung. Mit der Einführung des Euro ist dieses weggefallen. (Abwertung: Eine Währung wird abgewertet, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt sinkt. Dies hat zur Folge, dass Exporte billiger werden und Importe teurer, was wiederum dazu führt, dass die Geldmenge schneller steigt als die Gütermenge. Dieses "billige Geld" wird dann in die Wirtschaft investiert, um Konjunktur zu betreiben, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Eine mögliche Gefahr hierbei ist die steigende Inflation. Es erklärt sich natürlich von selbst, dass eine Abwertung kaum möglich ist, wenn mehrere Länder die gleiche Währung besitzen.)
Die deutsche Exportstrategie: Deutschland verfolgt eine exzessive Exportstrategie und hat dadurch seine Exportüberschüsse zwischen 2000 und 2007 mehr als verdreifacht. Dies wurde und wird nicht nur durch hochwertigen Produkte erreicht, sondern auch durch Lohn- und Sozialdumping. (In den vergangenen 10 Jahren gab es in Dtl. die schlechteste Reallohnentwicklung in der gesamten Eurozone - minus 4,5 %)
Der Finanzsektor: Die immer weiter fortschreitende Neoliberalisierung des Finanzsektors trägt ihr übriges zur Krise bei. Mit zunehmender Deregulierung der Märkte, gestützt durch die Tatsache, dass die Politik Banken und Finanzakteuren freie Hand lässt (z.B. bei Wetten und Spekulationen) und somit der Finanzsektor gegenüber der Realwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist eine Krise und deren andauern nur eine logische Konsequenz.